Sean Connery Filme

Geburtsname: Thomas Sean Connery
Geburtstag: 25. August 1930 in Fountainbridge, Edinburgh (Schottland)
Wichtigste Auszeichnungen: 1 Oscar, 3 Golden Globes, 1 BAFTA-Award, Ritterschlag, Sexiest Man Alive und Sexiest Man of the Century

Mini-Biographie:

Sir Sean Connery ist ein schottischer Schauspieler und Filmproduzent, hochdekoriert mit einer Vielzahl an Preisen, darunter ein Oscar, zwei Golden Globes, ein Golden Globe für sein Lebenswerk und dem englischen Ritterschlag durch Königin Elisabeth II. zum Knight Bachelor. Vor allem ist Sean Connery aber der erste und unangefochten populärste Darsteller von James Bond 007 - zwischen 1962 und 1983 verkörpert er den Geheimagent Ihrer Majestät insgesamt sieben Mal.

Mehr >

Filme mit Sean Connery

Beste Filmzitate von Sean Connery

"Bond, James Bond!"
Sean Connery alias James Bond stellt sich 1962 das erste Mal in James Bond jagt Dr. No mit diesen drei Worten vor. Das Zitat Bond, James Bond" wurde 1999 zum berühmtesten Zitat der Filmgeschichte gekürt und steht sogar im Guinness-Buch der Rekorde

"Weltherrschaft - immer wieder der alte Traum. Unsere Kliniken sind voll von Menschen, die glauben sie wären Napoleon... oder Gott!"
Sean Connery alias James Bond zu seinem Widersacher Dr. No (Joseph Wiseman) in James Bond jagt Dr. No

Fatima: "Wie ungeschickt von mir, ich habe Sie ganz nass gemacht."
James Bond: "Ja, aber mein Martini ist noch trocken geblieben - das ist die Hauptsache!"
Auch in dem 1983 gedrehten inoffiziellen Bond-Film Sag niemals nie weiß 007 exakt, die Prioritäten richtig zu setzen

"Darf ich mal meine Freundin hierher setzen? Sie wird Sie nicht weiter stören, sie ist nämlich tot!"
Sean Connery alias James Bond in dem 007-Film Feuerball (1965) mit dem gelungenen Versuch, bei der Verfolgung etwas Ballast los zu werden

"Das kann nur `n Spaghettifresser sein - kommt mit `m Messer zu `ner Schießerei!"
Der Streifenpolizist Jim Malone (Sean Connery) in Die Unbestechlichen mit einer messerscharfen Analyse im Kugelhagel

Wichtigste Auszeichnungen

2006: AFI Life Achievement Award für sein Lebenswerk
2005: Europäischer Filmpreis für sein Lebenswerk
2001: Benennung des Astroiden 13070 im inneren Hauptgürtel nach Seanconnery für seine Leistung als Darsteller in Der Name der Rose
2000: Ritterschlag zum Knight Bachelor" durch Königin Elisabeth II. für seine Verdienste um Schottland, von nun an darf er sich Sir Sean Connery nennen
1999: Sexiest Man of the Century (People Magazine) sowie der Europäische Filmpreis als bester Europäischer Schauspieler für den Film Verlockende Falle, zudem der ShoWest Award für sein Lebenswerk
1998: BAFTA-Ehrenpreis
1997: MTV Movie Award und Blockbuster Entertainment Awards für seine Darstellung in The Rock - Fels der Entscheidung
1996: Golden Globe für sein Lebenswerk
1995: Saturn Award für sein Lebenswerk
1991: Französischer Verdienstorden der Ehrenlegion (Légion d'Honneur) sowie die Auszeichnung Freedom oft the City" seiner Geburtsstadt Edinburgh
1989: Sexiest Man Alive (People Magazine) und ein Jupiter als Bester Darsteller International für Indiana Jones und der letzte Kreuzzug
1988: British Academy Film Award als bester männlicher Hauptdarsteller für Der Name der Rose
1987: Oscar, Golden Globe, KCFCC Award und National Board of Review Award als Bester männlicher Nebendarsteller für Die Unbestechlichen, Deutscher Filmpreis als bester männlicher Hauptdarsteller für Der Name der Rose
1986: Jupiter als Bester Darsteller International für Der Name der Rose
1985: Bambi
1982: ShoWest Award als Worldwide Star of the Year
1972: Golden Globe Award zusammen mit Charles Bronson als World Film Favorite"
1967: Bravo Otto
1966: Bravo Otto und Laurel Award für die Action Performance in Feuerball
1965: Laurel Award für die Action Performance in Goldfinger
1964: Laurel Award als Top Male New Face

Sean Connery Biographie

Am 25. August 1930 bringt die protestantische Euphamia Connery (geborene Maclean) in Edinburgh (Schottland) den Sohn Thomas Sean zur Welt. Der katholische Vater des kleinen Thomas, der Lastwagenfahrer Joseph Connery,  schuftet nebenbei als Tagelöhner in einer Gummifabrik, um die vierköpfige Familie über Wasser zuhalten. Mutter Euphamia, oder kurz Effie, arbeitet zudem als Putzfrau, um das karge Einkommen etwas aufzubessern. Als Babys schlafen die Brüder Thomas Sean und Neil je in einer Kommoden-Schublade, weil das Geld für die Betten nicht ausreicht. Bad und WC teilt sich die Familie in der Mietskaserne mit acht weiteren Parteien.

Im Angesicht des Todes - Sean Connery als Totenträger und Sargpolierer

Bereits während seiner Kindheit besteht Thomas Sean Connery auf Sean" als Rufname, vermutlich aus Sympathie zu einem irischen Freund namens Séamus. Neben der Schule trägt Sean Connery zu Fuß Milch aus, um seine Familie finanziell zu unterstützen. Der morgendliche Stress ist wohl Grund genug für ihn, seine Schulzeit auf ein Minimum zu begrenzen. Mit 13 verlässt Sean Connery die Schule. Was er noch meint wissen zu müssen, liest er sich selbst an. Zunächst jobbt Sean Connery als Milchmann weiter, jetzt aber mit einem LKW als Auslieferfahrzeug unter seinem Hintern. Der schwere Job des Milchkannen-Stemmens formt aus dem Jüngling schnell einen muskelbepackten Hünen. Seinen wohlgeformten Körper stellt der Teenager Sean Connery als Bademeister gekonnt zur Schau. Im Alter von 17 entscheidet sich Sean Connery für eine Militär-Laufbahn und unterschreibt für sieben Jahre bei der Royal Navy. Doch statt der erhofften Orden und Beförderungssterne holt sich Sean Connery lediglich ein Magengeschwür, dass ihn bereits nach drei Jahren wieder von der Royal Navy befreit. Heute erinnern nur noch zwei Tätowierungen auf dem Unterarm an seine Zeit als Vollmatrose: Mum and Dad" sowie Scotland forever". So stellt Sean Connery früh klar, dass er seine Eltern liebt und bekennender schottischer Patriot ist.
Nach seiner - nennen wir es mal - Militär-Karriere geht Sean Connery den unterschiedlichsten Jobs nach: zunächst als LKW-Fahrer, dann unter anderem als Maurer, Zementmischer, Leibwächter, Sargträger und Sargpolierer - letzteres hat er schon mal mit seinem späteren Entdecker Albert R. Broccoli gemeinsam... Als Ausgleichssport für seine scheinbar nicht auslastenden Jobs betreibt Sean Connery zusätzlich noch Bodybuilding. Fast einen Karrieresprung macht Sean Connery, als er einen Job bei einer Abendzeitung in Edinburgh als Druckergehilfe und Korrektur-Leser erhält. Bei dieser hochangesehenen Arbeit kann Sean Connery erstmals mit Anzug erscheinen, zudem bekommt er einen eigenen Schrank, ein Waschbecken und eine Fünftagewoche. So bleibt Sean Connery Zeit, noch mehr seinen Body zu builden" - vornehmlich mit Gewichtheben, wie es heißt. Seine Körperformen verschaffen Sean Connery eine Stellung als Aktmodell bei der Kunstakademie in Edinburgh, zumeist als griechischer Athlet oder römischer Krieger. Hinzu kommen langsam erste Statistenrollen am Theater, im Film sowie diverse Werbeclips.

Die Welt ist nicht genug - Sean Connery im Kampf um den Titel Mister Universum

Anno 1950 motivieren Sean Connery die gierigen Blicke auf seinen Körper sowie der Titel als schottischer Bodybuilding-Meister zur Teilnahme am Wettbewerb zum Mister Universum. Am Ende des Muskelwettstreits belegt er Platz drei und erhält dadurch Beziehungen zur South-Pacific-Theatergruppe, bei der er für monatlich 140 US-Dollar einen Statisten-Vertrag bekommt. Nach seinen Muskeln entwickeln sich nun auch die schauspielerischen Fähigkeiten von Sean Connery und Auftritt für Auftritt spielt er sich in der Besetzungsliste ein Stückchen weiter nach vorne. Doch nicht nur als Bühnen-Schauspieler gibt Sean Connery eine gute Figur ab. Bei einem Gastspiel in Manchester um 1956 entdecken Späher des englischen Fußballclubs Manchester United das fußballerische Talent des Schotten und wollen ihn vom Fleck weg verpflichten. Doch mittlerweile findet Sean Connery zuviel Gefallen an der Schauspielerei und lehnt dankend ab. Vermutlich war diese Entscheidung von Sean Connery sein großes Glück: bekanntermaßen stürzte im Februar 1958 ein Flugzeug mit der Profimannschaft von Manchester United über München ab - in dieser hätte dann auch Sean Connery sitzen können.

Stattdessen verpflichtet bereits 1957 die Filmproduktionsfirma 20th Century Fox" den ballgewandten Schotten und setzt ihn zumeist in einer Reihe von so genannten B-Movies ein. Darunter versteckt sich unter anderem auch die Tarzan-Verfilmung Tarzans größtes Abenteuer, der Thriller Duell am Steuer mit Stanley Baker (Die Kanonen von Navarone, Die Ritter der Tafelrunde), Patrick McGoohan (Flucht von Alcatraz, Columbo - Das Aschenpuzzle) und Herbert Lom (Ein Schuß im Dunkeln, Der rosarote Panther kehrt zurück) als Protagonisten sowie als Highlight das Liebesdrama Herz ohne Hoffnung (Another Time, Another Place) als Liebhaber des damaligen Superstars Lana Turner (Im Netz der Leidenschaften, Glut unter der Asche). Die Kritiken gehen allerdings nicht sehr behutsam mit dem Kino-Neuling um. So kommentiert die New York Times das Auftreten von Sean Connery mit: Hauptdarsteller Sean Connery ist zwar noch sehr jung im Filmfach, aber er wird darin auch nicht alt werden." Einziger Auftritt von echter Bedeutung aus dieser Zeit bleibt daher für Sean Connery eine Nebenrolle in dem Weltkriegsdrama Der längste Tag (1962) inmitten eines gewaltigen Promi-Casts, bestehend aus Stars wie Richard Burton (Cleopatra, Der Spion, der aus der Kälte kam), Gert Fröbe (James Bond 007 - Goldfinger, Das Testament des Dr. Mabuse), Henry Fonda (Die zwölf Geschworenen, Spiel mir das Lied vom Tod), Curd Jürgens (Duell im Atlantik, James Bond 007 - Der Spion, der mich liebte), Robert Wagner (Prinz Eisenherz, Filmreihe Austin Powers), Robert Mitchum (Ein Köder für die Bestie, Fluß ohne Wiederkehr), George Segal (Wer schluckt schon gern blaue Bohnen?, Achterbahn), Rod Steiger (F.I.S.T. - Ein Mann geht seinen Weg, Mars Attacks!), John Wayne (Die vier Söhne der Katie Elder, Rio Bravo) und vielen mehr.

Lizenz zum Töten - Sean Connery wird James Bond

Anfang der 1960er ist es, als Albert R. Broccoli und Harry Saltzman den Romanhelden James Bond eines britischen Autors namens Ian Fleming auf die Kinoleinwand zaubern wollen. 1961 besitzen die beiden sowohl die Lizenzrechte von Ian Fleming als auch das nötige Kleingeld. Was fehlt, ist ein geeigneter Hauptdarsteller, der dem kommenden Kinohelden für eine ganze Filmreihe den nötigen Stempel aufdrückt. Als Favoriten gelten eigentlich die Thriller-erprobten Schauspieler Cary Grant (Der unsichtbare Dritte, Über den Dächern von Nizza) und Roger Moore (TV-Serie Simon Templar, TV-Serie Die Zwei). Doch Cary Grant fühlt sich mit fast 60 schon etwas zu alt und will sich nicht mehr für drei Actionfilme vertraglich binden. Der spätere Bond-Darsteller Roger Moore (ab 1973 in James Bond 007 - Leben und sterben lassen) hingegen würde gerne, kommt aber aus einem laufenden Serien-Vertrag zu Simon Templar nicht heraus. Und so startet die Zeitung Londoner Express" 1961 unaufgefordert eine Leserumfrage, wer denn nach Lesermeinung der geeignetste James Bond wäre: Zur Auswahl stehen immerhin Richard Burton (Wer hat Angst vor Virginia Woolf?, Agenten sterben einsam), James Mason (20.000 Meilen unter dem Meer, Sprengkommando Atlantik), Patrick McGoohan (Braveheart, Columbo - Des Teufels Corporal), David Niven (der James Bond in der Bond-Persiflage Casino Royale von 1967, Eine Leiche zum Dessert) sowie der krasse Außenseiter Sean Connery. Die Leser vom Londoner Express entscheiden sich zur Überraschung aller für den Underdog Sean Connery, so dass sich das Produzenten-Duo Broccoli & Saltzman den ungeschliffenen" Schotten doch genauer anschauen wollen. Harry Saltzman erzählte über das erste Treffen mit Sean Connery: Wir unterhielten uns und merkten sofort, dass er die erforderliche Männlichkeit besaß, die die Rolle verlangte. Wenn er irgendetwas besonders betonen wollte, klopfte er mit der Faust instinktiv auf seine Knie und auf den Tisch. Man spürte sofort, in dem Burschen steckt was. Als er unser Büro verließ, sahen wir durch das Fenster seine Gangart. ´Das ist es!´ sagten wir und der Vertrag wurde unterschrieben." Hinzu kommt sicherlich noch der Umstand, dass Sean Connery als schauspielerischer Nobody spottbillig zu kriegen ist (er erhält für James Bond jagt Dr.No (1962; Originaltitel: Dr. No) lediglich 6.000 englische Pfund) und er sich auf Anhieb bereit erklärt, für fünf Bond-Filme zu unterschreiben.
Dabei ist sich Sean Connery zunächst selbst nicht so sicher, ob er den Vertrag annehmen soll und erst nach Rücksprache mit seiner damaligen Verlobten und Schauspielerin Diane Cilento (Ehe von 1962 bis 1973; ein Sohn, der Filmemacher Jason Connery), die ihm zu einem gewissen Augenzwinkern in dieser Rolle rät, unterschreibt er. Eine Parallelität der Ereignisse: auch Gert Fröbe unterschreibt für Goldfinger erst auf Anraten seiner Frau und der Bemerkung, er solle es einfach etwas mit Humor nehmen...

Noch mehr Zweifel als Sean Connery über die James-Bond-Besetzung quälen allerdings den Bond-Erfinder selbst: Ian Fleming! Nach dem ersten Treffen zwischen Ian Fleming und Sean Connery scheint der Schriftsteller fast entsetzt und meint nur, dass dieser ungehobelte Schotte nicht gerade dass sei, was er sich als James Bond vorstellte. Er hätte für diese Rolle einen Gentleman und Commander gesucht, und keinen übergroßen Stuntman." Doch Albert R. Broccoli und Harry Saltzman sind zu dieser Zeit bereits überzeugt von ihrem Bond-Darsteller und schmettern die Bedenken von Ian Fleming zurück. Außerdem beteuert Ian Flemings bessere Hälfte den Bond-Erfinder, dass Sean Connery genau die richtige sexuelle Anziehungskraft hätte, auf die Frauen stehen. Während der Dreharbeiten zu James Bond jagt Dr. No mit Ursula Andress (Casino Royale, Was gibt's Neues, Pussy?) als Bond-Girl, raufen sich Ian Fleming und Sean Connery aber doch zusammen und sie arbeiten sogar gemeinsam an der Darstellung des James Bond auf der Leinwand, wie Sean Connery 1962 berichtet: Als ich mit Fleming über Bond sprach, sagte er, als er den Charakter kreierte, war Bond ein sehr einfaches, vorwärts gerichtetes, grobes Instrument der Polizei, das knurrend seinen Job verrichtet. Aber er hatte auch eine Art von spezieller Empfindsamkeit, die dann als snobistisch empfunden wurde. Dazu gehört sein Weingeschmack. Wenn er aber konstant mit den gefährlichsten Situationen zu kämpfen hat, die sein Job so mit sich bringt und sich in einem starken, schwierigem Umfeld aufhalten muss, dann gönnen wir ihm, dass er alle seine Sinne befriedigt, ob es nun Sex, Wein, gutes Essen oder Kleidung sind, denn sein Job kann ihn jeden Moment sein Leben kosten." Nach der erfolgreichen Premiere zu Dr. No ändert Ian Fleming seine Meinung ohnehin um 180 Grad - er ist dermaßen von Sean Connery beeindruckt, dass er in späteren Romanen die Eltern von James Bond von schweizerisch-deutsch auf schweizerisch-schottisch ändert.

Liebesgrüße aus Moskau... und dem Rest der Welt für Sean Connery

Der unerwartet große Erfolg von James Bond jagt Dr. No lässt die Produzenten Broccoli und Saltzman nicht lange zögern, um sofort mit dem nächsten James-Bond-Abenteuer zu beginnen. Bei Liebesgrüße aus Moskau (1963; Originaltitel: From Russia With Love, mit Robert Shaw, Daniela Bianchi und Lotte Lenya) verfügen die Filmemacher mit zwei Millionen US-Dollar bereits über doppelt soviel Budget wie für das Erstlingswerk. Der fertige Film übertrifft abermals alle Erwartungen und Sean Connery mutiert nun sogar in den USA und in Asien zum Star - dazu sagt man dann wohl Weltstar. Diesen Titel festigt sich Sean Connery bereits ein Jahr später in Goldfinger (1964) mit Honor Blackman (Bridget Jones - Schokolade zum Frühstück, Columbo - Alter schützt vor Torheit nicht) alias Pussy Galore an seiner Seite und Gert Fröbe (Es geschah am hellichten Tag, Die tollkühnen Männer in ihren fliegenden Kisten) als Auric Goldfinger gegen sich. Der Film Goldfinger kostet die Produzenten bereits drei Millionen US-Dollar, unter anderem wird auch Sean Connery immer teurer. Für viele Fans gilt Goldfinger bis heute als der beste James-Bond-Film, was unter anderem an Gert Fröbes perfekter Verkörperung eines Oberschurken liegt sowie dem ersten Auftritt des Aston Martin als James Bonds Superauto. Aber auch Sean Connery selbst spielt in Goldfinger an seinem Zenith als James Bond - maximal motiviert, schauspielerisch ausgereift und doch jung und dynamisch. Ähnlich empfindet es das Kinopublikum, das angesichts des coolen Hauptdarstellers und des Action-Spektakels auf der Leinwand sogar das mittlerweile benötigte Toupet von Sean Connery bereitwillig übersieht.

Mittlerweile zählt Sean Connery zu den absoluten Top-Stars unter den Schauspielern, so dass sich sogar seine Wünsche wie von selbst erfüllen. So war es immer ein Traum Connerys, eines Tages in einem Film des US-amerikanischen Regisseurs Alfred Hitchcock (Der unsichtbare Dritte, Die Vögel) mitzuspielen. Und prompt läutet Alfred Hitchcock eines Tages durch und bietet dem Bond-Mimen die Hauptrolle in seinem Psycho-Thriller Marnie (1964; mit Tippi Hedren und Diane Baker) an. Sean Connery erlaubt sich dann sogar noch die Frechheit, das Drehbuch vorher lesen zu wollen, was Alfred Hitchcock gegenüber fast einer Majestätsbeleidigung gleich kommt. Schließlich einigen sich die beiden und der Psycho-Thriller kommt zustande. An den Kinokassen allerdings floppt Marnie trotz des Dreamteams Hitchcock und Connery - ein Vorbote auf die Schauspielkarriere von Sean Connery nach James Bond. Nur etwas besser kommt im Kino das Kriegsgefangenen-Drama Ein Haufen toller Hunde (1965; mit Harry Andrews und Ian Bannen) an, das Sean Connery zusammen mit dem Regisseur Sidney Lumet (Die zwölf Geschworenen, Mord im Orient-Expreß) dreht. Von den Erfolgen der Bond-Filme bleiben alle Streifen jedoch weit zurück.

Trotzdem schleichen sich bei den Dreharbeiten zum vierten Bond-Spektakel Feuerball (1965; Originaltitel: Thunderball, mit Claudine Auger und Adolfo Celi) bei Sean Connery erste Amtsmüdigkeiten ein. Mit den neu entdeckten Möglichkeiten seines Bekanntheitsgrades, auch mal gänzlich andere Filme zu machen, fühlt er sich vom Doppelnullagenten zunehmend gelangweilt. Außerdem schlittert Sean Connery immer tiefer in eine Identitätskrise. Egal ob auf der Straße, am Drehort oder wo auch immer, jedermann redet Sean Connery nur noch mit Bond an. Nachdem Feuerball in den Kinos anläuft, verstört Sean Connery seine Fans zunehmend mit Äußerungen wie diesen hier: Sie laufen hinter mir her wie die Feuerwehr. Ich wusste, dass Bond populär ist, aber das ist unglaublich. Niemand von uns hätte vorhersehen können, wie Bond einschlagen würde, ich am wenigsten. Ich stimme zu, dass er möglicherweise mehr für mich getan hat, als für irgendeinen anderen Schauspieler in der Geschichte. Ich will nicht undankbar sein, aber stellen Sie sich vor, Sie würden seit vier Jahren jeden Tag dieselben Fragen gestellt bekommen. Ich habe die Nase von diesem James Bond wirklich voll. Wohin soll das noch führen? Erst war es ein gewöhnlicher Spion, doch von Film zu Film haben sich die Produzenten immer neue Tricks ausdenken müssen, und langsam wurde dieser James Bond zu einem Monstrum, ähnlich einem Frankenstein."

Sean Connery zu amtsmüde für den Geheimdienst Ihrer Majestät

Laut Vertrag hat Sean Connery aber noch einen Film als James Bond zu spielen, solange muss er sich mit noch deutlicheren Dienstquittierungs-Absichten zurückhalten. Als nächstes steht eigentlich die Romanverfilmung zu Im Geheimdienst Ihrer Majestät auf dem Programm, doch die Bauarbeiten des Hauptquartiers vom Oberschurken Blofeld in den Schweizer Alpen zogen sich zu sehr in die Länge, so dass man kurzerhand Man lebt nur zweimal (1967; Originaltitel: You Only Live Twice) mit der deutschen Schauspielerin Karin Dor (Im weißen Rößl, Winnetou und Shatterhand im Tal der Toten) als Bond-Girl und dem Charakterdarsteller Donald Pleasence (Gesprengte Ketten, Wenn Katelbach kommt...) als Oberschurke Ernst Stavro Blofeld in Japan abdreht. Der Film thematisiert den Kalten Krieg zwischen Ost und West und ist bespickt mit fantastischen Bauten (etwa ein Vulkan als Hauptquartier), Gadgets, Humor und Action. Kritiker werfen Man lebt nur zweimal aber bereits damals vor, was sie später auch gerne den Bond-Filmen mit Roger Moore (Der Spion, der mich liebte, Moonraker - Streng geheim) ankreiden: zu viel Spektakel, zu wenig Glaubwürdigkeit! Am meisten bekommt jedoch Sean Connery selbst sein Fett ab, dem seine Unmotiviertheit und Langeweile mittlerweile deutlich anzusehen ist. Noch in Japan lässt Sean Connery durchsickern, dass Man lebt nur zweimal sein letzter Film als James Bond ist.

Zunächst beschließen die Bond-Produzenten, ihrem Hauptdarsteller nicht hinterher zu rennen und es stattdessen mit einem neuen James Bond zu versuchen. Und so steht für Im Geheimdienst Ihrer Majestät (1969; Originaltitel: On Her Majesty's Secret Service) der australische Dressman George Lazenby (Kentucky Fried Movie, Gettysburg) als 007 vor der Kamera - umringt von den beiden Top-Stars Diana Rigg (TV-Serie Mit Schirm, Charme und Melone, TV-Serie Game of Thrones) als Bond-Girl Tracy und Telly Savalas (TV-Serie Kojak - Einsatz in Manhattan, Auf dem Highway ist wieder die Hölle los) als Ernst Stavro Blofeld. Nachdem die Kritiker Im Geheimdienst Ihrer Majestät an sich als gelungen empfinden, die Kinozuschauer aber George Lazenby die kalte Schulter zeigen, wird Broccoli und Saltzman klar, dass sie handeln müssen, um mit dem nächsten, siebten Bond-Film Diamantenfieber (1971; Originaltitel: Diamonds Are Forever) wieder in die Erfolgsspur zurück zu kehren. Also tut man dass, was man als ordentlicher Erfolgsproduzent tun muss, um seinen Hauptdarsteller zurück zu bekommen: man zwingt ihn... man zwingt ihn mit Unmengen von Geld. Zwischen 1,25 und 1,43 Millionen US-Dollar plus Gewinnbeteiligung und Schuldscheintilgung ist die Rede - 1971 einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde wert. Außerdem darf sich Sean Connery zwei weitere Filmprojekte frei aussuchen. Der Mime braucht dennoch eine Woche Bedenkzeit, obwohl Sean Connery seit seinem letzten Bond-Film Man lebt nur zweimal keine wirklichen Zuschauermagneten drehte, darunter der bestens besetzte Western Man nennt mich Shalako (1968; mit Honor Blackman und Brigitte Bardot), der Polar-Abenteuerfilm Das rote Zelt (1969; mit Claudia Cardinale, Hardy Krüger und Mario Adorf) oder der Kino-Krimi Der Anderson-Clan (1971) mit Dyan Cannon (Inspector Clouseau - Der irre Flic mit dem heißen Blick, Der Himmel soll warten) und Christopher Walken (James Bond 007 - Im Angesicht des Todes, Sleepy Hollow - Köpfe werden rollen). Letztendlich willigt der mittlerweile 41-jährige Schotte aber ein und gibt in Diamantenfieber nach eigenem Bekunden ein allerletztes Mal den James Bond 007... Seine Fix-Gage spendet Sean Connery dem selbstgegründeten Scottish International Educational Trust" (Ausbildungshilfe für schottische Jugendliche), was ihn in Schottland zu einem wahren Volkshelden macht. Da Diamantenfieber mit Bond-Girl Jill St. John (In 80 Tagen um die Welt, Der Schnüffler) und Blofeld-Darsteller Charles Gray (James Bond 007 - Man lebt nur zweimal, The Rocky Horror Picture Show) auch die Kinokassen wieder kräftig klingeln lässt, fließt Dank der ausgehandelten Gewinnbeteiligung vermutlich noch genügend Kleingeld in die Tasche von Sean Connery.

Feuerball oder Wie sich Sean Connery mit eigenen Filmprojekten die Finger verbrennt

Mit dem James-Bond-Film Diamantenfieber findet auch Sean Connery zu gewohntem Erfolg zurück - kurzzeitig zumindest. Auf der Flucht, weg von James Bond sowie der Suche nach sich selbst, produziert Sean Connery nämlich im Anschluss ein Kassengift nach dem anderen. Filme wie Sein Leben in meiner Gewalt (1973; mit Trevor Howard und Vivien Merchant) oder Zardoz (1974; mit Charlotte Rampling und Sara Kestelman) bekommen zwar ordentliche Kritiken, aber kaum Beachtung beim Publikum. Auch mit den Abenteuerfilmen Der Wind und der Löwe (1975; mit Candice Bergen und Brian Keith), Der Mann, der König sein wollte (1975; mit Michael Caine und Christopher Plummer) oder die eigenwillige Robin-Hood-Verfilmung Robin und Marian (1976; mit Audrey Hepburn, Robert Shaw und Richard Harris) scheitern trotz positiver Kritiken am Geschmack des Publikums.

Immerhin privat läuft es seit seinem Abschied von James Bond besser. Im Jahre 1975 heiratet Sean Connery auf Gibraltar die französische Malerin Micheline Roqueburne, wegen der er fünf Jahre zuvor seine erste Frau Diane Cilento verließ. Diese Ehe besteht bis heute, das Paar lebt abwechselnd in Andalusien (Spanien) und auf den Bahamas.

Aus beruflicher Sicht taucht erstmals seit James Bond im Jahr 1977 ein Lichtblick auf, und zwar mit dem Kriegsdrama Die Brücke von Arnheim. Allerdings ist Sean Connery neben Gene Hackman (French Connection - Brennpunkt Brooklyn, Erbarmungslos), Hardy Krüger (Die Wildgänse kommen, Flammen am Horizont), Robert Redford (All Is Lost, Ein unmoralisches Angebot), Maximilian Schell (Das Urteil von Nürnberg, Steiner - Das Eiserne Kreuz), Anthony Hopkins (Thor - The Dark Kingdom, Noah), Michael Caine (Filmreihe The Dark Knight, Zwei hinreißend verdorbene Schurken), Ryan O'Neal (Love Story, Paper Moon) und vielen anderen lediglich ein Star von vielen. Den daraufhin abgedrehten Achtungserfolgen Der große Eisenbahnraub (1979; mit Donald Sutherland und Lesley-Ann Down) und Explosion in Cuba (1979; mit Brooke Adams und Jack Weston) folgen mit den beiden Sci-Fi-Filmen Meteor (1979; mit Natalie Wood, Karl Malden und Henry Fonda) und Outland - Planet der Verdammten (1981; mit Peter Boyle und John Ratzenberger) sowie die Polit-Satire Flammen am Horizont (1982; mit Hardy Krüger und Leslie Nielsen) und dem Drama Am Rande des Abgrunds (1982; mit Betsy Brantley und Lambert Wilson) prompt einige Streifen, die neben dem Publikum noch nicht mal die Kritiker sonderlich mitreißen. Aufpoliert werden die beginnenden 80er nur mit Hilfe des Rumpf-Teams der Komikergruppe Monty Python. In dem kultigen Fantasyfilm Time Bandits von Terry Gilliam und mit den Monty Pythons John Cleese (Ein Fisch namens Wanda, James Bond 007 - Die Welt ist nicht genug) und Michael Palin (Ein Fisch namens Wanda, Monty Python's Das Leben des Brian) spielt Sean Connery in einer Nebenrolle den antiken König Agamemnon.

Sag niemals nie - Sean Connery im siebten Einsatz als 007

Dann mit 53, wir schreiben mittlerweile das Jahr 1983, greift Sean Connery doch noch mal zum Toupet und der Walther PPK und tritt als James Bond in Sag niemals nie (der Titel ist eine Anspielung auf seinen Wortbruch, nie wieder James Bond zu spielen) gegen den kurz darauf erscheinenden offiziellen James-Bond-Film Octopussy mit Roger Moore an. Sag niemals nie mit dem Star-Cast Klaus Maria Brandauer (Jenseits von Afrika, Das Rußland-Haus), Kim Basinger (Elvis Has Left the Building, L.A. Confidential), Max von Sydow (Minority Report, Shutter Island), Barbara Carrera (Condorman, Wildgänse 2) und Rowan Atkinson (TV-Serie Mr. Bean, Filmreihe Johnny English) ist kein offizieller James-Bond-Film. Er wurde überhaupt erst möglich durch lizenzrechtliche Streitigkeiten bezüglich des Ian-Fleming-Romans Feuerball, welchen nun der Lizenzinhaber Kevin McClory mit Sag niemals nie neu verfilmen wollte. Über die Motivation Sean Connerys, nun doch wieder in die vermeintlich ungeliebte Rolle des Doppelnull-Agenten zu schlüpfen, lässt sich fröhlich spekulieren. Jedenfalls scheint es kein Groll gegen den offiziellen" Bond-Darsteller Roger Moore zu sein, denn beide Haudegen sind miteinander bestens befreundet. Vielmehr soll Sean Connery den Bond-Produzenten Albert R. Broccoli und Harry Saltzman nachträglich noch eins auswischen wollen, da er sich damals angeblich von beiden finanziell benachteiligt gefühlt habe. Dabei erteilt Albert R. Broccoli noch kurz vorher (1981) Sean Connery einen verbalen Ritterschlag: Er war der Größte. Das Beste an ihm war diese großartige animalische Maskulinität. Er traf damit sowohl Männer als auch Frauen. Er konnte eiskalt mit einer gefährlichen Situation umgehen und dann seinen bösartigen Humor einbringen. Zudem hatte er diesen tollen schottischen Akzent. Die Art und Weise wie er ´Pussy´aussprach, war einfach unglaublich sexy. Er war ein viel besserer Schauspieler als jeder von ihm dachte, und er wollte das beweisen. Inzwischen ist es ihm gelungen."

Ein Zitat, dem es kaum etwas hinzuzufügen gibt. Sean Connery halten die Schmeichlereien aber nicht von seinem neuen James-Bond-Projekt bei der Konkurrenz ab. Vielleicht hat er aber nach der schier nicht enden wollenden Reihe von Filmflops einfach die Sehnsucht, wieder mal in einem echten Blockbuster mitzuspielen - und wenn es nur" als James Bond ist... Auch über den Produzenten Kevin McClory hält sich die Meinung von Sean Connery übrigens auf einem ausbaufähigen Pegel, wie seine Bemerkung von 1984 subtil andeutet: Der Produzent von Sag niemals nie war total unkompetent. Ein echter Arsch! Ich hätte ihn umbringen sollen..." Trotzdem erfüllt Sag niemals nie die in den Film hochgesteckten Erwartungen vollends, wenngleich der mit Roger Moore produzierte Gegenbond Octopussy  mit Maud Adams (James Bond 007 - Der Mann mit dem goldenen Colt, Rollerball) als Bond-Girl Octopussy und Louis Jourdan (Das Ding aus dem Sumpf, Columbo: Mord à la carte) als exotischer Terroristen-Chef letztendlich noch mehr Zuschauer in die Kinos zieht als der Ur-Bond.

Man lebt nur zweimal - nach Bond-Comeback darf Sean Connery endlich er selbst sein

Wieder einmal bedeutet der Abschied von der Rolle als James Bond einen Wendepunkt für Sean Connerys Filmschaffen, doch dieses Mal verlässt er die Welt von 007 auf einer wahren Erfolgswelle. Denn auch wenn Sag niemals nie gegen Octopussy nur zweiter Sieger wurde, so liegt die Betonung doch auf Sieger. Endlich konnte Sean Connery erfolgreich bei einem jüngeren Kino-Publikum auf sich aufmerksam machen und die laufen ab Mitte der 1980er wieder in Scharren ins Kino. Erstes Highlight ist das Fantasy-Spektakel Highlander - Es kann nur einen geben (1985; mit Christopher Lambert, Clancy Brown und Roxanne Hart), in dem gefühlt mehr Köpfe rollen als bei der französischen Revolution. Danach folgt der europäische Kassenknüller Der Name der Rose (1986) mit dem jungen Christian Slater (Robin Hood - König der Diebe, Interview mit einem Vampir), Helmut Qualtinger (Der Herr Karl, Geschichten aus dem Wienerwald) und Ludger Pistor (Inglourious Basterds, James Bond 007 - Casino Royale) - hier spielt Sean Connery eine Art James Bond in Mönchs-Kutte. Im Folgejahr entsteht der Mafia-Thriller Die Unbestechlichen (1987) mit den Protagonisten Kevin Costner (Der mit dem Wolf tanzt, Jack Ryan: Shadow Recruit), Andy Garcia (Ocean's Eleven, Black Rain) und Robert De Niro (Der Pate - Teil II; Meine Braut, ihr Vater und ich). Für Die Unbestechlichen gewinnt Sean Connery als waghalsiger Streifenpolizist Jim Melone sogar einen Oscar als bester Nebendarsteller.

Zwei Jahre später kürt dann das US-amerikanische People-Magazine" den mittlerweile 59-jährigen Sean Connery zum Sexiest Man Alive", obwohl (oder gerade weil) er zeitgleich in Steven Spielbergs (Der Soldat James Ryan, Schindlers Liste) Action-Abenteuer Indiana Jones und der letzte Kreuzzug (1989; mit Denholm Elliott, Alison Doody und River Phoenix) den Vater von Harrison Ford (Cowboys & Aliens, Blade Runner) alias Indiana Jones spielt. Einst sagte Sean Connery: Als ich James Bond wurde, habe ich Sean Connery umgebracht. Und es ist mir nur langsam gelungen, ihn wieder zum Leben zu erwecken." Bis Ende der 1980er kann man Sean Connerys Mission der Wiederbelebung als äußerst erfolgreich bezeichnen, man lebt eben doch zweimal!

Stirb an einem anderen Tag - der lebhafte Schauspielherbst von Sean Connery

In den 1990ern wechseln sich in der Filmografie von Sean Connery Film-Tops und Film-Flops munter untereinander ab. Zwischen Blockbuster wie den Spionage-Thriller Jagd auf Roter Oktober (1990, mit Alec Baldwin und Sam Neill), Robin Hood - König der Diebe (1991, mit Kevin Costner, Morgan Freeman und Alan Rickman) oder The Rock - Fels der Entscheidung (1996, mit Nicolas Cage und Ed Harris) mischen sich gerne kommerzielle Enttäuschungen wie Highlander II - Die Rückkehr (1991; mit Christopher Lambert und Virginia Madsen), Medicine Man - Die letzten Tage von Eden (1992; mit Lorraine Bracco und José Wilker), Der 1. Ritter (1995) mit dem Star-Cast Richard Gere (Pretty Woman, Ein Offizier und Gentleman) und Julia Ormond (Fräulein Smillas Gespür für Schnee, Der seltsame Fall des Benjamin Button) oder das desolate Remake von Mit Schirm, Charme und Melone von 1998 mit Ralph Fiennes (Filmreihe Harry Potter, James Bond 007 - Skyfall), Uma Thurman (Kill Bill - Volume 1&2, Pulp Fiction) und Patrick Macnee (James Bond 007 - Im Angesicht des Todes, TV-Serie Mit Schirm, Charme und Melone).
Auch gegen Ende der 90er überwiegen eher die cineastischen Rückschläge. Leben und lieben in L.A. (1998) etwa erzählt diverse Liebesdramen in einem Film zusammengefasst, kann neben Sean Connery mit vielen weiteren Top-Stars wie Angelina Jolie (Maleficent - Die dunkle Fee, Lara Croft: Tomb Raider 1&2), Dennis Quaid (G.I. Joe - Geheimauftrag Cobra, Der Flug des Phoenix), Ryan Phillippe (Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast, Studio 54) oder Gillian Anderson (TV-Serie und Filmreihe Akte X - Die unheimlichen Fälle des FBI, Johnny English - Jetzt erst recht!) aufwarten und erhält durchweg gute Kritiken, spielt in den USA aber nicht mal 4 Millionen US-Dollar ein. In dem 1999 erscheinenden Thriller Verlockende Falle kommt es zwischen dem als Meisterdieb agierenden Sean Connery zu einem knisternden Duell mit einer Versicherungsagentin - gespielt von Catherine Zeta-Jones (Die Legende des Zorro, Ocean's 12). Als Beute springen am Ende durchwachsene Kritiken und zwei Nominierungen für die Goldene Himbeere heraus.

Doch das Jahrzehnt bietet einen versöhnlichen Abschluss an. Knapp zehn Jahre nach der Ehrung als Sexiest Man Alive" (1989) vom People-Magazine", wählt ihn die gleiche Zeitschrift 1999 sogar zum Sexiest Man of the Century" - mittlerweile zählt Sean Connery 69 Lenze... Vermutlich muss Sean Connery zu diesem Zeitpunkt auch noch keine tiefgehenden Bisswunden am Allerwertesten verstecken, die er sich mit Sicherheit in Kürze zufügt. Denn die Produzenten der Der Herr der Ringe-Trilogie bieten Sean Connery im neuen Jahrtausend für einen höchst unanständigen Betrag die Rolle als Gandalf an. Der Schotte versteht allerdings das Drehbuch und die gesamte Tolkien-Welt nicht und lehnt dankend ab. Wegen solcher Verständnisprobleme lehnte Sean Connery Ende der 1990er bereits die hochdotierte Rolle des Morpheus ab in der Filmreihe Matrix (mit Keanu Reeves, Carrie-Anne Moss und Hugo Weaving). Seine angedachte Rolle in Matrix übernahm schließlich Laurence Fishburne (Man of Steel, Mission: Impossible III), den Gandalf in Der Herr der Ringe spielte bekanntermaßen Ian McKellen (Filmreihe X-Men, The Da Vinci Code - Sakrileg). Für die Rolle des Gandalf bietet die Produktionsfirma New Line Cinema Sean Connery 10 Millionen US-Dollar pro Film und 15 Prozent Beteiligung der Einnahmen aus der HdR-Trilogie an. Erst nach dem immensen Erfolg am Ende der Trilogie kann sich Sean Connery ausrechnen, dass ihm durch seine Ablehnung rund 480 Millionen US-Dollar durch die Lappen gingen - plus einem weiteren Engagement in der Film-Trilogie Der Hobbit (mit Martin Freeman, Richard Armitage und Benedict Cumberbatch). Denn allein die drei Filme aus Der Herr der Ringe (mit Elijah Wood, Orlando Bloom, Viggo Mortensen und Cate Blanchett) spielten bislang weltweit um die 3 Milliarden US-Dollar ein.
Kurz darauf bekommt Sean Connery ein Filmangebot zur Hauptrolle in dem Superhelden-Film Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen (2003; mit Shane West, Peta Wilson und Stuart Townsend). Auch hier versteht Sean Connery das Script nicht, doch nach der erst kürzlich entgangenen Chance nimmt er die Rolle trotzdem an. Doch der Film floppt bei den Kritikern und erreicht auch an den Kinokassen nicht die hochgesteckten Erwartungen. Schließlich echauffiert sich Sean Connery über das neuerdings verrückte Filmgeschäft und erklärt 2005, dass er sich nun für immer aus dem Filmgeschäft zurückziehen wolle!

Vor den Dreharbeiten zu Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels (mit Karen Allen, Shia LaBeouf und Cate Blanchett) beknieten Indiana-Jones-Darsteller Harrison Ford (Filmreihe Star Wars - Krieg der Sterne, Air Force One) wie auch Regisseur Steven Spielberg (E. T. - Der Außerirdische, Filmreihe Jurassic Park) und Drehbuchautor George Lucas (Filmreihe Star Wars: Episode I-VI, Indiana Jones und der letzte Kreuzzug) den schottischen Mimen, er möge doch in dem vierten Indiana-Jones-Abenteuer noch einmal in die Rolle des Vaters von Indy schlüpfen. Doch Sean Connery genießt lieber seinen Ruhestand und lehnt das Angebot ab. Nun erklärte der vierte Indy-Film den Vater von Indiana Jones bereits für tot, trotzdem hofft Harrison Ford weiterhin auf einen fünften Teil der Abenteuer-Reihe sowie eine Beteiligung von Sean Connery. Auch wenn Sean Connery scheinbar schon tot ist weiß man spätestens seit James Bond: Man lebt nur" zweimal. Darüber hinaus weiß  der Cineast (oder hofft zu wissen), wie ernst man Sean Connerys Abschiedsbekundungen nehmen darf... oder wie der ehemalige James-Bond-Darsteller selbst gern zitiert: Sag niemals nie!"

Alle maxdome Stars

Login

Neu bei maxdome?

Kein Abo, keine Vertragsbindung. Über 60.000 Videos im Store einzeln leihen oder kaufen. Auf deinem Fernseher, mobilen Endgerät oder über PC/Mac ansehen.

Bereits Kunde?

Neues Passwort anfordern

Sorry

Schließen