Michael "Bully" Herbig Filme

Geburtsname: Michael Herbig
Geburtstag: 29. April 1968 in München (Deutschland)
Wichtigste Auszeichnungen: 2 x Goldene Leinwand mit zwei Sternen, 2 Bambi Awards, 1 Goldene Kamera, 6 Deutsche Comedypreise, 3 Deutsche Filmpreise, 7 Bayerische Filmpreise, gläserne Ehrenleinwand

Mini-Biographie:

Michael „Bully“ Herbig ist ein deutscher Komiker, Schauspieler, Drehbuchautor, Regisseur, Produzent, Synchronsprecher und Unternehmer. Bekannt wurde er mit seiner Sketch-Show Die Bullyparade. Mit den Filmen Der Schuh des Manitu und (T)Raumschiff Surprise – Periode 1 erlangte er endgültig den Star-Olymp. Mit der Verfilmung der Zeichentrickserie Wickie und die starken Männer setzte er sich auch in den Herzen der Kinder ein Denkmal. Mit Filmen wie Die Geschichte vom Brandner Kaspar, Hotel Lux oder Buddy schlug er einen Weg ein vom Blödel-Image hin zu einem seriösen Komödiendarsteller. Die einstigen sensationellen Erfolge konnte Bully Herbig damit bislang zwar nicht ganz wiederholen, seine Beliebtheit bei seinen Fans bleibt dennoch ungebrochen. 

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Filme und Serien mit Michael Bully Herbig

Lustige Filmzitate von Michael Bully Herbig

Abahatchi: „Du?"
Ranger: „Was ist denn?“
Abahatchi: „T‘schuldigung!“
Ranger: „Wieso? Ist doch alles wunderbar. Jeder hat seinen eigenen Marterpfahl und ab morgen hamma keinen Stress mehr - Bravo Abahatchi!“
Abahatchi: „Jetzt sei halt ned a so!“
Ranger: „Jetzt sei halt ned a so. Ich hab die Schnauze voll, seit 16 Jahren immer des gleiche Schema. Jeden zweiten Tag san’d wir irgendwo g’fesselt!“
Abahatchi: „Schschscht, ned so laut, des geht die anderen überhaupt nix an! Was hast denn Du in letzter Zeit?“
Ranger: „Ich bin mit der Gesamtsituation unzufrieden!“
Abahatchi: „Warum?“
Ranger: „Ist Dir eigentlich klar was wir den ganzen Tag machen? Grundloses anschleichen, stundenlanges Spurenlesen, und völlig sinnlos nebeneinander her reiten!“
Abahatchi: „Des nennst Du Reiten was Du da machst?“
Ranger: „Hast Du was gegen meinen Reitstil?“
Abahatchi: „Des ist doch kein Reitstil, des ist Tierquälerei!“
Ranger: „Ach leck mich doch am Arsch!“
Abahatchi: „Ja, wie denn!?“
Es gibt auch unter besten Freunden Dinge, die sollte man nicht unter zu großer Anspannung ausdiskutieren, sonst enden sie im Streit, so wie hier zwischen Abahatchi (Bully Herbig) und Ranger (Christian Tramitz) am Marterpfahl in Der Schuh des Manitu

„Ja, bist Du wahnsinnig? Du kannst mich doch ned so erschreck‘n, Du Zipfeklatscher!“
In Gegensatz zu seinem Zwillingsbruder Winnetouch (Bully Herbig) mag es Abahatchi (Bully Herbig) gar nicht gerne, wenn jemand von hinten kommt, wie hier in der Der Schuh des Manitu

Rock: „Soll ich Dir mal was zeigen? Hier, mein kleiner rosa Kumpel ist das einzige, was mir noch geblieben ist.“
Mr. Spuck: „Mei was bist Du denn für ein Schweinchen? Na, darf ich den einmal anfassen?“
Rock: „Ja klar.“
Mr. Spuck: „Na der ist ja ganz verschrumpelt.“
Rock: „Naja, ich hab den Kleinen ja auch schon ewig nicht mehr rausgeholt.“
Mr. Spuck: „Ja, das sieht man.“
Rock: „Komm’, drück mal vorne drauf.“
Mr. Spuck: „Mhahahaha, so was hätt’ ich auch gern.“
'Rock: „Du kannst ruhig mal fester draufdrücken.“
Mr. Spuck: „Fester, hm.. (drückt drauf) hmmhaham hahahahahahahahhahha...  ja was hat er denn da, ja was isser denn da, ja isser da , jaaa (?)..,. Ja nicht, dass er noch platzt!“
Rock: „Aach der platzt nicht, da hat sogar mein Hund schon drauf rumgekaut!“
Gefangen im Mittelalter in einem finsteren Kerker schließt noch lange nicht aus, dass man trotzdem Spaß haben kann, wie etwa Mr. Spuck (Bully Herbig) und Rock (Til Schweiger) in (T)Raumschiff Surprise – Periode 1

Lissi: „Wissen Sie überhaupt, wer und was ich bin?“
Yeti: „Eine Wildsau!“
Lissi (denkt): „So etwas Geiles hat Franz noch nie zu mir gesagt...“
Königin Lissi wird zwar gerade von einem Yeti entführt, doch mit der Zeit findet sie durchaus Gefallen an ihm... und zwar in Lissi und der wilde Kaiser

 

Wichtigste Auszeichnungen 

2012: Stern auf dem Boulevard der Stars in Berlin
2011: Karl-Valentin-Orden der Münchner Faschingsgesellschaft Narrhalla sowie den DIVA in der Kategorie Deutscher Entertainment Preis 
2010: Zwei Bayerische Filmpreise (Bester Familienfilm und Publikumspreis) jeweils für Wickie und die starken Männer, Ehrenleinwand wegen besonderer Verdienste für fünf Filme in zehn Jahren mit 30 Millionen Kinobesuchern
2009: Bayerischer Filmpreis als Bester Darsteller für Die Geschichte vom Brandner Kaspar, Bambi sowie Deutscher Comedypreis und Goldene Leinwand (bei 3 Millionen Zuschauern) jeweils für Wickie und die starken Männer
2008: Bambi als Bester Darsteller für Die Geschichte vom Brandner Kaspar, Bayerischer Filmpreis (Publikumspreis) sowie Jupiter und DIVA jeweils als Bester Regisseur für Lissi und der wilde Kaiser
2005: Jupiter für die Beste Regie sowie Bayerischer Filmpreis für den Besten Comedy-Film jeweils für (T)Raumschiff Surprise – Periode 1, Deutscher Comedypreis für Bully & Rick als Beste Comedy-Show, Goldene Kamera in der Kategorie Comedy 
2004: Goldene Leinwand mit zwei Sternen (bei 9 Millionen Zuschauern), ein Silberner Bravo-Otto sowie zwei Deutsche Comedypreise als Bester Comedian und für den Besten Film jeweils für (T)Raumschiff Surprise – Periode 1
2003: DIVA Deutscher Videopreis für Der Schuh des Manitu
2002: Jupiter, Bayerischer Sonderfilmpreis des Ministerpräsidenten und Bayerischer Publikumsfilmpreis sowie drei Deutsche Filmpreise (Film des Jahres, Schauspieler des Jahres, Sonderpreis der Jury) jeweils für Der Schuh des Manitu
2001: Goldene Leinwand mit zwei Sternen (bei 9 Millionen Zuschauern), ein Bambi, ein Bronzener Bravo-Otto sowie zwei Deutsche Comedypreise als Bester Comedian und für den Besten Film jeweils für Der Schuh des Manitu

Michael "Bully" Herbig Biographie

Michael Herbig erblickt das Licht der Welt am 29. April 1968 in München – zu diesem Zeitpunkt heißt er übrigens noch nicht Bully. Seinen Spitznamen erhält er trotzdem schon in früher Kindheit von seinem Lehrer. Der ist nämlich froh um jede Möglichkeit, seine vielen Michaels in seiner Klasse irgendwie zu unterscheiden. Und als der kleine Michael Herbig als FC-Bayern-Fan mit dem Trikot seiner Lieblingsmannschaft aufläuft, die damals mit dem LKW-Hersteller Magirus-Deutz und dem Slogan „Die Bullen kommen“ werben, tauft ihn sein Lehrer kurzerhand Bully. Michael Herbig gefällt der Spitzname so gut, dass er ihn mittlerweile als festen Bestandteil seines Künstlernamens mit aufnahm.

Doch zurück zu seinen frühen Jahren. Das Einzelkind wächst in München allein mit seiner Mutter auf, seinen Vater lernt er praktisch nicht kennen. Seine Kindheit beschreibt Michael Bully Herbig dennoch als glücklich. Klein von Gestalt aber äußerst schnell im Laufen und bereits äußerst lustig ist er als kleiner Bub. Und vor allem ist er sehr verträumt. Der Blick aus dem Klassenzimmer oder auf die Bilder in seinem eigenen Kopf faszinieren Bully Herbig weit mehr als der Blick auf die schwarz-weiße Schultafel. Keine guten Voraussetzungen für eine großartige Schulkarriere. Aber mit Schule hat Bully eh nicht viel am Hut. Mit acht Jahren will er unbedingt Schauspieler werden. Zwei Jahre später sieht Bully Herbig seinen ersten Film des Regisseurs Alfred Hitchcock (Cocktail für eine Leiche, Die Vögel) und damit beschließt er für sich, dass ihm die Schauspielerei zu wenig ist, er will gleich Filmemacher werden. Den Grundstein hierfür legt Michael Herbig in der Schule, als er im Geschichtsunterricht vorschlägt, man könne die Historie der Königshäuser doch mal nachspielen. Der Lehrer ist begeistert und überträgt ihm zu gleich das Casting und die Inszenierung. Und damit war es geboren, das erste Werk von Michael Bully Herbig – eine Schulaufführung.

Vom Erfolg seines Historienstückes in der Schule beflügelt, droht Bully Herbig seiner Mutter als 11-Jähriger damit, die Schule vorzeitig abbrechen zu wollen, um Filmemacher zu werden.  Er einigt sich schließlich mit seiner Mutter auf einen Kompromiss: kein Abitur, dafür aber Mittlere Reife und eine ordentliche Ausbildung. Bully geht auf den Deal ein und beginnt nach seiner Schulzeit eine Lehre als Fotograf, weil er sich mit diesem Beruf dem Film einen Schritt näher wähnt. Danach könne er sich ja immer noch an der Hochschule für Fernsehen und Film in München bewerben – denkt sich Bully Herbig. Die Rechnung macht er allerdings ohne Vater Staat, der ihn nach seiner Fotografen-Lehre erst mal zu seiner Grundausbildung in die Bundeswehr einzieht. Als er dann nach seiner Wehrpflicht einen neuerlichen Versuch bei der Filmhochschule startet, lassen die ihn eiskalt abblitzen – ein herber Rückschlag für den Filmemacher in spe.

Bully Herbig startet seine TV-Karriere im Radio

Nach der gescheiterten Bewerbung bei der Filmhochschule gründet Michael Herbig mit einem Kumpel eine Firma für Ansagetexte auf Anrufbeantwortern. Der Verdienst bleibt äußerst bescheiden, und dennoch lohnt sich der Ausflug in die Telekomunikations-Branche. Denn in München wird ein privater Radiosender auf Bully Herbig aufmerksam und engagiert den Spaßmacher. Von 1992 bis 1997 blödelt sich Michael Bully Herbig erst regional und dann national über den Äther. Besonders beliebt sind zu jener Zeit die brisanten Fälle der Bayern-Cops – rund zweiminütige Dialekt-Gags, bei denen Bully Herbig erstmals mit seinen beiden Freunden Christian Tramitz (Jerry Cotton, Falco – Verdammt, wir leben noch!) und Rick Kavanian (Mord ist mein Geschäft, Liebling; Otto’s Eleven) zusammenspielt. Die Bayern-Cops bringen es insgesamt auf stattliche 800 Folgen und schaffen es sogar vom Radio ins Fernsehen – wenn auch nur auf dem Regionalsender München TV. Nebenbei dreht Bully Herbig außerdem einen rund 20 minütigen Filmsketch namens Easy Bully (1997; mit Christian Tramitz und Rick Kavanian). Der Sketch ist eigentlich nur für interne Zwecke gedacht, der Münchner Privatsender ProSieben bekommt ihn jedoch irgendwie trotzdem zu sehen und man ist dort so begeistert, dass man Bully und seinen beiden Freunden eine eigene Comedy-Show anbietet – die Geburtsstunde der Bullyparade.

Was heute im Nachhinein als Kultcomedy in den Köpfen der Fans verankert ist, startet 1997 fast unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Außerhalb Münchens kennt Michael Bully Herbig eben kaum einer, die Machart ist anfangs außerdem noch sehr rudimentär und zu allem Übel läuft die Bullyparade anfangs auch noch parallel zur Bundesliga-Berichterstattung. Doch mit steigender Anzahl der Staffeln reift das Konzept, Bully mutiert vom lispelnden Spaßvogel zu einem echten Comedian und seine beiden Sidekicks Christian Tramitz und Rick Kavanian etablieren sich zu vollwertigen Mitgliedern. Und als Comedy-Trio sind die Drei von der Bullyparade schließlich unschlagbar charmant und komisch zugleich.

Doppelter Bully Herbig und „Der Schuh des Manitu“

Im Jahre 2000 erfüllt sich Michael Bully Herbig erstmals seinen Kindheitstraum: er wird zu einem richtigen Filmemacher und übernimmt die Regie in der Schwörer-Komödie Erkan & Stefan (mir John Friedmann, Florian Simbeck und Alexandra Neldel). Die Kritiken sind zwar noch etwas zurückhaltend, Erkan & Stefan holen aber dennoch über 1,2 Millionen Zuschauer in die Kinos. 

Allerdings hätte Bully Herbig lieber einen ganz anderen Film gedreht, einen Western, wenn möglich an Originalschauplätzen in den USA. Doch lässt sich trotz 2- bis 3-jährigen Hausierens kein Verleih für sein Projekt finden. Erst dank seinem Regie-Debüt bei Erkan und Stefan wird der Produzent Bernd Eichinger auf das junge Talent aufmerksam und nach ein paar Winnetou und Old-Shatterhand-Sketchen aus der Bullyparade willigt Bernd Eichinger schließlich ein – es soll sein Schaden nicht sein...

Und so entsteht anno 2000 also die bildgewaltige Karl-May-Persiflage Der Schuh des Manitu (2001; mit Sky du Mont, Marie Bäumer und Hilmi Sözer) mit seinen beiden Bullyparade-Partnern Christian Tramitz und Rick Kavanian. Neben der Regie und drei Rollen im Film übernimmt Michael Bully Herbig auch die Produktion und das Schreiben des Drehbuches. Gedreht wird zwar nicht in den USA, dafür aber in der Wüste von Almeria in Südspanien, wo einst der Meister der Italo-Western Sergio Leone solch Werke schuf wie Spiel mir das Lied vom Tod (1968; mit Henry Fonda, Charles Bronson und Claudia Cardinale) oder die so genannte Dollar-Trilogie inklusive Zwei glorreiche Halunken (1966; mit Lee Van Cleef und Eli Wallach) mit Clint Eastwood (Coogans großer Bluff, Filmreihe Dirty Harry). Die Kritiker sehen in Der Schuh des Manitu eine technisch perfekte, aber schauspielerisch schlechte und unlustige Western-Parodie – vermutlich saßen zu viele alteingesessene Fans der 1960er-Ära von Winnetou bei der Pressevorführung. Dem Publikum ist das allerdings völlig egal. Im TV ist zu jener Zeit die Bullyparade längst Kult und die Fans wollen ihre Helden endlich auf der großen Leinwand erleben. Am Ende sehen über 11,7 Millionen Zuschauer den Western und machen den Film (je nach geführter Statistik) zum erfolgreichsten deutschen Film aller Zeiten. Im Guinness-Buch der Rekorde verweist man nämlich auf Otto – Der Film (1985; mit Otto Waalkes, Sky du Mont und Jessika Cardinahl) als erfolgreichsten Film, da er zusammen mit den Zuschauern der damaligen DDR auf 14 Millionen Zuschauer kommen soll.

Bully Herbig erobert den Weltraum mit „(T)Raumschiff Surprise – Periode 1“

Ob Platz 1 oder 2 in den ewigen Kino-Charts dürfte Bully Herbig vielleicht sogar egal sein. So oder so hat er sich damit ein Denkmal für die Ewigkeit gesetzt – mit allen Vor- und Nachteilen. Zum einen sind die ruhigen Zeiten, als man noch unbehelligt auf die Straße oder in ein Lokal gehen konnte, nun vorbei – und Bully Herbig scheut die Öffentlichkeit so gut es geht. Zum anderen strahlt der Erfolg von Der Schuh des Manitu so hell, dass sich Bully Herbig von nun an mit allem was er macht, an seinem Meisterstück messen lassen muss. Das beginnt bereits bei der Frage, was soll auf Der Schuh des Manitu folgen. Dieser Problematik entzieht sich der Münchner Filmemacher aber sehr geschickt, in dem er im Rahmen der Bullyparade einfach das Publikum abstimmen lässt. Und die Wahl fällt bekanntermaßen auf die Star Trek & Star Wars-Persiflage rund um Mr. Spuck, Käpt’n T. Kork und Schrotty mit dem Titel (T)Raumschiff Surprise – Periode 1 (2004; mit Til Schweiger, Anja Kling und Sky du Mont). Auch mit dem (T)Raumschiff landet Bully Herbig einen absoluten Senkrechtstarter an den Kinokassen und zieht innerhalb von 18 Tagen über 6 Millionen Zuschauer in die Lichtspielhäuser – dies bedeutet einen neuen Rekord. Am Ende bleibt der der Zuschauerzähler bei knapp 9,2 Millionen Zuschauer stehen, womit Bully Herbig mit (T)Raumschiff Surprise – Periode 1 seinen Wahnsinnserfolg von Der Schuh des Manitu fast auf Augenhöhe wiederholen kann.

Nach (T)Raumschiff Surprise – Periode 1 wird aus dem Komiker-Trio ein Duo. Die Akte von Die Bullyparade schließt sich bereits 2002, von 2004 bis 2006 sieht man Bully Herbig gemeinsam mit Rick Kavanian in der Sketch-Show Bully & Rick, während Christian Tramitz eigenen Projekten nachgeht, darunter zahlreiche Spielfilme, die eigene Sketch-Show Tramitz & Friends sowie später die Krimi-Reihe Hubert & Staller (seit 2011; mit Helmfried von Lüttichau, Michael Brandner und Annett Fleischer). Die Drei bleiben aber in Freundschaft miteinander verbunden und bereits in Bullys animierter Sissi-Parodie Lissi und der wilde Kaiser (2007; mit Rick Kavanian, Waldemar Kobus und Lotte Ledl) übernimmt Christian Tramitz wie gewohnt die Synchronrolle vom Kaiser Franz. Lissi und der wilde Kaiser lockt insgesamt 2,8 Millionen Zuschauer in die Kinos und wird damit zum erfolgreichsten deutschen Film im Jahre 2007. Abseits dieser Sissi-Hommage spielt Bully Herbig in jenen Jahren einmal einen Geist in der eher als Kinderfilm konzipierten Hörspiel-Adaption Hui Buh – Das Schlossgespenst (2006; mit Christoph Maria Herbst, Heike Makatsch und Hans Clarin) sowie in Joseph Vilsmaiers (Nanga Parbat, Comedian Harmonists) Version des bayerischen Volksstücks Die Geschichte vom Brandner Kaspar (2008; mit Franz Xaver Kroetz, Lisa Maria Potthoff und Jörg Hube) den Boandlkramer – letztere Rolle beschert Bully Herbig einen Bambi.

Bully Herbig auf großer Fahrt mit „Wickie und die starken Männer“

Ab dem Jahre 2008 macht sich Bully Herbig daran, einen Kindheitstraum zu verwirklichen. Er will die kultige Zeichentrickserie Wickie und die starken Männer aus den frühen 1970ern auf die die große Kinoleinwand bannen. Für das Casting geht er dabei einen sehr ungewöhnlichen Weg: äußerst medienwirksam veranstaltet Bully Herbig beim Münchner Privatsender ProSieben eine sechsteilige Castingshow unter dem Titel Bully sucht die starken Männer. Finden will er dabei die sechs starken Wikinger, die Wicke bei seinen Abenteuern begleiten. Auf diese Weise baut Bully Herbig also sechs Schauspiel-Amateure zu kleinen Stars auf und bringt diese mit dem Kinderfilm Wickie und die starken Männer (2009; mit Jonas Hämmerle, Günther Kaufmann und Christoph Maria Herbst) zusammen mit einigen richtigen Stars in Nebenrollen in die Kinos. Bully Herbig selbst übernimmt bei dem ersten filmischen Wickie-Abenteuer die Regie, das Schreiben des Drehbuchs sowie eine kleine Nebenrolle als spanischer Depeschenschreiber Ramon Martinez Congaz. Mit über fünf Millionen Kinogängern wird auch Wickie und die starken Männer der erfolgreichste deutsche Film des Jahres 2009. Bully Herbig darf sich wieder einmal auf zahlreiche Preise freuen, unter anderem sein vierter Bambi und als Krönung eine gläserne Ehrenleinwand für 30 Millionen Zuschauer mit fünf Filmen innerhalb von zehn Jahren – dies gelang vor Bully Herbig noch niemanden.

Das Wikinger-Abenteuer ist allerdings Bully Herbigs bislang letzter großer Wurf. Anno 2011 spielt er in der Tragikomödie Hotel Lux (mit Jürgen Vogel und Thekla Reuten) im Dritten Reich einen Hitler-Imitator auf der Flucht, das bringt zwar weitgehend respektable Kritiken, aber leider relativ wenig Zuschauer in die Kinos. Noch schlimmer kommt es mit Helmut Dietls Kir-Royal-Serienadaption Zettl (2012; mit Karoline Herfurth, Dieter Hildebrandt und Ulrich Tukur), die vor der Premiere noch als Film des Jahres gehandelt wird und nach der Premiere von allen Kritikern in der Luft zerrissen wird. Die Kritiker knöpfen sich dabei zwar ausnahmslos das Drehbuch und die Inszenierung von Helmut Dietl (TV-Serie Kir Royal, TV-Serie Monaco Franze – Der ewige Stenz) vor, doch auch für Bully Herbig gilt der Spruch: „Mitgegangen, mitgefangen!“.

Nach dem Zettl-Desaster ruft schließlich Hollywood. Bully Herbig soll in der Star-besetzten Zauber-Varietee-Komödie Der unglaubliche Burt Wonderstone (2013; mit Steve Carell, Steve Buscemi und Jim Carrey) eine Nebenrolle als katzenliebender Magier bekleiden. Sein Auftritt ist allerdings eher unspektakulär und was noch schlimmer ist: der Film verzaubert kaum jemanden und zählt in Hollywood zu den Filmflops des Jahres 2013. Für Bully Herbig ist es der dritte Flop in Folge. Somit ist es allerhöchste Zeit, wieder alle Strippen selbst zu ziehen und neben dem Schauspiel auch wieder die Inszenierung zu übernehmen. Und so agiert Bully Herbig in seiner Romantik-Komödie Buddy (2013; mit Alexander Fehling und Mina Tander) als Drehbuchautor, Produzent, Regisseur und Titeldarsteller. Um außerdem die Vorfreude beim Publikum zu schüren, produziert er dazu noch eine passende Sitcom mit sechs Teilen unter dem Titel Bully macht Buddy (2013; mit Rick Kavanian, Sandra Koltai und Gisa Flake), welche dann bei ProSieben zur Ausstrahlung kommt. Mit Buddy beweist Bully Herbig einmal mehr, dass er sein Handwerk als Regisseur perfekt beherrscht. Die Gag-Dichte hingegen ist in diesem Wohlfühl-Movie eher überschaubar, nur genau das wollen die Zuschauer eben bei einem Bully-Film sehen. So sorgt auch Buddy für keine sonderlich langen Schlangen an den Kinokassen.

Zum 20sten Jahrestag: Bully Herbig bringt die Bullyparade ins Kino

Doch Bully Herbig lässt sich nicht demotivieren, im Gegenteil. 2016 ist für den Filmemacher ein sehr arbeitsreiches Jahr. Zum einen begibt er sich als Schauspieler unter die Fittiche von Hollywood-Regisseur Wolfgang Petersen (Das Boot, Air Force One) und spielt zusammen mit Til Schweiger (Honig im Kopf, Filmreihe Kokowääh), Matthias Schweighöfer (Der geilste Tag, Vaterfreuden) und Jan Josef Liefers (TV-Serie Tatort (Münster), Mann tut was Mann kann) in der Kriminal-Komödie Vier gegen die Bank. Das Aufgebot des Kinokrimis zeigt mit das Populärste, was der deutsche Film aktuell zu bieten hat und feiert Ende Dezember 2016 seine Premiere.

Für Bully-Fans aber noch viel wichtiger ist sicherlich das Comeback des Comedy-Trios aus der Bullyparade. Bully Herbig, Christian Tramitz und Rick Kavanian haben sich noch einmal vereint, um zum 20sten Jubiläumsjahr der Bullyparade noch einmal einen gemeinsamen Film zu machen. In diesem Episodenfilm kommen noch einmal all die Lieblingsfiguren auf die Leinwand, welche die Fangemeinde lange Jahre so vermisste. Passender Weise heißt der Film auch Bullyparade – Der Film und kommt am 20. Juli 2017 in die Kino.

Nach der Kino-Version von Die Bullyparade soll allerdings Schluss mit lustig sein. Bully Herbig will sich mehr als Filmemacher engagieren und als solcher auch mal Thriller drehen, die völlig frei von Slapstick und Komik sind. In Vorbereitung ist derzeit ein Film über die Flucht der Familien Strelzyck und Wetzel aus der DDR in die BRD mit einem Heißluftballon. Und als Filmfreund darf man bei sich bei dem Regie-Talent von Bully Herbig auch auf solche Filme freuen.

Übrigens hat sogar ein Michael Bully Herbig bei aller TV- und Kino-Präsenz ein Privatleben, allerdings hält er so gut es geht den Deckel drauf. Seit 2003 ist er mit seiner Frau Daniela verheiratet, die beiden wurden im Februar 2010 erstmals Eltern ihres Sohnes Ben. Mehr aus dem Privatleben der Herbigs muss der Bully-Fan auch nicht wissen. 

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