Klitschko – Film und Trailer

Das Dr. Eisenfaust-Doppeldampfhammer-Filmvergnügen ist nicht etwas nur für Boxfans. Die gelungene Mischung aus Kampfszenen und privaten Einblicken in die Vergangenheit und Gegenwart der beiden Brüder Vitali und Wladimir ist amüsant auf der einen, brutal auf der anderen Seite – eben wie das richtige Leben!
 
Neben dem Klitschko Trailer findest Du in diesem Special auch kostenloses Bonusmaterial zum Film sowie weitere Informationen zum Inhalt und den Klitschko Brüdern Vitali und Wladimir.

Inhalt

Der Klitschko Film erzählt die Geschichte der wohl berühmtesten Boxbrüder der Welt. Von der Kindheit von Vitali und Wladimir in der sozialistischen Ukraine, den ersten sportlichen Erfolgen als Amateurboxer bis zum Olympiasieg von Wladimir 1996 in Atlanta, der Umsiedlung nach Deutschland bis hin  zum Aufstieg zu den Superstars im internationalen Boxsport mit den Weltmeistergürteln im Schwergewicht in den fünf wichtigsten Boxverbänden.
 
Neben amüsanten Jugendsünden zeigt sich in der Dokumentation auch die enge Familienbindung, zum Beispiel, wenn nach einem erfolgreichen Kampf als erstes Nadeschda Uljanowna Klitschko, die Mutter der Klitschkos, angerufen wird, die noch nie einen Kampf live gesehen hat und im Klitschko Film erzählt, was sie macht, während einer ihrer Söhne im Boxring steht.
 
Was in selbigem  passiert, wird im Klitschko Film anhand zahlreicher, zum Teil noch nie gezeigter Originalaufnahmen dokumentiert. Der Einsatz von Spezialkameras ermöglicht Hochgeschwindigkeitsaufnahmen die auch Momente zeigen, die so im Fernsehen nie zu sehen sind.
 
Ungewöhnliche Perspektiven - zum Beispiel aus der Sicht des Ringarztes oder des Bruders, der von der Seite Unterstützung gibt, machen den Klitschko Film zu etwas Besonderem. Zu sehen sind legendäre Kämpfe wie Vitalis Niederlage gegen Chris Byrd im April 2000 - und Wladimirs "Rache des Bruders", als er sich nur ein halbes Jahr später gegen Byrd seinen ersten WM-Titel der WBO sichert.
 
Im Klitschko Film kommen nicht nur Sportjournalisten und der Betreuerstab zu Wort, sondern auch die Gegner von Dr. Eisenfaust und Dr. Steelhammer. Im Gegensatz zu ihren adrenalingesteuerten, theatralischen Auftritten, bei denen sie vor den Kämpfen unentwegt derbe Sprüche klopfen und sich Beleidigungen an den Kopf werfen, können diese sogar mal richtig nett sein: Ganz gleich ob Chris Byrd, Lennox Lewis oder Lamon Brewster - Vitali und Wladimir zollen sie alle Respekt.

Kritik

Klitschko Regisseur Sebastian Dehnhardt begleitete in seinem Kinodebüt die Brüder Wladimir und Vitali Klitschko über einen Zeitraum von zwei Jahren in Deutschland, in der Ukraine, in den USA, in Kasachstan, in Kanada, in Österreich und in der Schweiz. Seine Weltpremiere feierte der Klitschko Film auf dem Tribeca Film Festival von Schauspieler Robert De Niro.
 
Anders als vielleicht vermuten lässt, bietet der Klitschko Film nicht einfach nur ein Best of von Boxkämpfen der beiden Schwergewichtsweltmeister, sondern wartet auch mit kuriosem Archivmaterial auf und lässt zahlreiche Wegbegleiter zu Wort kommen. So gelang es dem Dokumentarfilmer Dehnhardt erstmals überhaupt, die Eltern der Box-Ikonen vor die Kamera zu bekommen und aus dem Nähkästchen plaudern zu lassen. So berichtet der im Juli 2011 verstorbene Vater Wladimir Rodionowitsch zum Beispiel davon, wie es war, 1986 als Soldat zum Einsatz nach Tschernobyl gerufen zu werden.
 
Eindrucksvolle Bilder, dramatische Episoden, amüsante Anekdoten und bewegende Einblicke in das Privatleben machen den Klitschko Film zu einem besonderen Filmerlebnis. Er zeigt nicht nur den Weg zweier Brüder in den Box-Olymp, er zeigt das Leben und die Liebe zweier Brüder und Ausnahmesportler, die sich gegenseitig zu Höchstleistungen anspornen, gemeinsam Erfolge feiern, sich aber gerade nach Niederlagen und Zusammenbrüchen beistehen.
 
Der Klitschko Film ist keine typische Boxerdokumentation, sondern vielmehr ein filmischer Lebenslauf mit allen Höhen und Tiefen und nicht immer schön anzusehen. Tatsächlich gibt es im Klitschko Film einige Szenen mit blutig aufgeplatzten Augenbrauen und von zahlreichen Schlägen gezeichnete Gesichter, die in Zeitlupe zu einer deformierten Masse verkommen, eben wie im wahren Boxerleben.
Selten war ein fast zweistündiger Dokumentarfilm so kurzweilig wie in diesem Fall. Der Klitschko Film fesselt von der ersten Runde bis zum Schlussgong und wird nicht nur Boxfans begeistern.
 
 

Vitali und Wladimir Klitschko

Vitali, der ältere der zwei Klitschko Brüder, ist aktueller Schwergewichtsweltmeister nach Version der WBC. In 45 Profikämpfe ging er 43 Mal als Sieger, davon 40 Mal durch K.o., aus dem Ring. Zusammen mit seinem Bruder Wladimir engagierte er sich für die Demokratiebewegung (Orange Revolution) in der Ukraine.
 
Am 26. März 2006 trat Vitali Klitschko erstmals bei der Wahl zum Bürgermeister der Stadt Kiew an und kandidierte für das ukrainische Parlament. Bei der Bürgermeisterwahl erzielte er 29 Prozent der Stimmen und verlor damit nur knapp, errang dadurch aber ein Abgeordnetenmandat für den Stadtrat der ukrainischen Hauptstadt.
 
Seit seiner Promotion im Jahre 2000 darf sich Vitali Klitschko Doktor der Sportwissenschaften nennen. Das Thema seiner Doktorarbeit war "Sportbegabung und Talentförderung".
 
Wladimir Klitschko ist aktueller Weltmeister im Schwergewicht nach Version der IBF, WBO, WBA und IBO. Zusammen mit seinem Bruder Vitali besitzt er die Weltmeister-Gürtel in den fünf wichtigsten Boxverbänden. Er gilt in den unabhängigen Ranglisten als aktuelle Nummer Eins im Schwergewicht.
 
Für Wladimir ist der Klitschko Film nicht die erste Erfahrung vor der Kamera. Bereits in den Til Schweiger Filmen Keinohrhasen und Zweiohrküken sowie im Blockbuster Ocean’s Eleven war Dr. Steelhammer in kurzen Cameo-Auftritten zu sehen.
 
Wie sein Bruder Vitali besitzt Wladimir Klitschko seit 2001 einen Doktortitel in Sportwissenschaften. Neben dem Boxring sorgte der Hobbyzauberer vor allem durch seine 16-monatige Beziehung mit der US-Schauspielerin Hayden Panettiere (I love you, Beth Cooper, Scream 4, Heroes) für Schlagzeilen.
 
Einen Boxkampf zwischen Vitali und Wladimir, wie ihn sich abertausende von Boxfans sehnlichst wünschen, wird es wohl nie geben. Ihrer Mutter mussten die Klitschko Brüder versprechen, niemals im Ring gegeneinander anzutreten.

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